Über Qi, Yin & Yang

Das Konzept von Qi, Yin und Yang gehört wohl zu den radikalsten Gegensätzen westlicher philosophischer Modelle und habt in der Traditionellen Chinesischen Medizin und Philosophie

- und demgemäß auch im QiGong - einen ganz zentralen und unverzichtbaren Platz. Es bildet quasi das „Regelwerk“  der gesamten universellen Ordnung.

 

Qi


Qi ist einer der am schwierigsten zu fassenden Begriffe, da in seinem Sein und Wirken unzählige Manifestationen oder Aggregatszustände beschrieben werden können.

 

Nehmen wir beispielsweise Wasser - in seiner Form als Flüssigkeit, oder in gefrorenem Zustand als Eis, als auch in einem weiter veränderten Aggregatszustand als Dampf, Nebel, Dunst, Wolke - etc… Es ist alles das gleiche Grundmaterial, nur seine Form oder sein Zustand haben sich geändert, und damit auch sein Name. Mit Qi verhält es sich ähnlich, es bezeichnet das Materielle, wie auch das Immaterielle und ist in seiner Wesenheit in permanenter Bewegung und in ständiger Veränderung, sozusagen als der Puls des Universums, der in allen Elementen seinen eigenen Tonus und Rhythmus findet.


Das chinesische Piktogramm von Qi besteht aus zwei Teilzeichen. Der obere Teil symbolisiert eine aufsteigende Energie in Form von Dampf oder Dunst, drei Striche symbolisieren Himmel und Erde sowie auch einen knienden Menschen der seine Hände nach oben streckt.
Der untere Teil stellt den materiellen Aspekt in Form von Getreidekörnern dar und symbolisiert so auch die nährende Qualität von Qi.

 

Im QiGong stellt das Qi jene Kraft dar, von der wir permanent umgeben wie durchdrungen sind, so wie der Fisch, der von Wasser umgeben ist und sich durch das Wasser nährt. Auch im menschlichen Organismus fließt Qi in unsichtbaren Leitbahnen, die wir Meridiane nennen. Ist das Qi im Fluss, so empfinden wir Harmonie und Gesundheit. Ist der Qi Fluss gestört, blockiert, geschwächt oder anderweitig irritiert, fühlen wir uns unwohl oder krank.

 

Im üben von QiGong versuchen wir über Bewegung, Atmung, Konzentration und Vorstellungskraft Voraussetzungen zu schaffen, dass Qi im Organismus ungehindert fließen kann.



Yin und Yang

 

Im Gegensatz zur abendländisch geprägten Denkweise des Dualismus (es ist – oder es ist nicht) ist die Philosophie Asiens geprägt vom Begriff der Polarität (ein sowohl - als auch). Zwei Begriffe, die gerne miteinander verwechselt werden, sich jedoch grundlegend voneinander unterscheiden.

Der ursprüngliche Begriff von Yin und Yang basiert auf dem Bild eines Berges, der einerseits von der Sonne hellbeschienene Teil (Yang), und andererseits dessen Schattenseite (Yin). Aus dieser symbolischen Darstellung heraus lassen sich unzählige Entsprechungen für Yin und Yang ableiten.

 

Im Symbol von Yin+Yang umschlingen sich zwei fischartige Formen ineinander. Ein Schwarzer und ein Weißer, in seinem Inneren jeweils ein Punkt in der Gegenteiligen Farbe. Zwei zusammenwirkende Kräfte, die sich nicht als Gegensätze verstehen, als vielmehr Teilaspekte eines größeren Ganzen sind. Der jeweilige Punkt zeigt an, dass nichts nur Yin oder nur Yang ist und das Eine immer auch den Keim des Anderen in sich birgt.

„Der Tag beginnt bereits um Mitternacht (tiefstes Yin), wächst langsam, langsam über das frühe Dämmern in den Morgen hinein(frühes Yang), bis hin zu seiner höchsten Kraft zu Mittag (höchstes Yang des Tages) um sich über den Nachmittag hinweg wieder langsam in das Yin des Abends zu wandeln, welches zu Mitternacht wieder seinen tiefsten Yin - Punkt erreicht“.
Verständlich?

 

Dann wird klar, dass Yin und Yang nie eine fixe Größe darstellen oder allein für sich existieren, sondern sich immer als ständige Wandlungsphasen in einem Gesamtprozess verstehen.

Alles ist Yin und Yang gemeinsam, nur welcher Anteil gerade vorherrscht, entscheidet, ob etwas relativ Yin zu Yang ist oder umgekehrt. Auch im QiGong ist das Verständnis von Yin und Yang eine wichtige Voraussetzung für die Übungspraxis. Während dem Üben lassen sich viele Zustände von Yin und Yang in uns aufspüren.

 

Innen – Außen, Wärme – Kälte, Leichtigkeit oder Schweregefühle, ein Steigen - ein Sinken, ein Öffnen - ein Schließen, ein Anspannen – ein Loslassen, Fülle oder Leere, auch Ruhe – oder Unruhe, Freude oder Unmut im Tun, und vieles mehr.

Das angestrebte Übungsziel im QiGong ist, die beiden Komponenten von Yin und Yang in ein Gleichgewicht zu bringen.

 

 

 

„ Die Erde, sie ist unten, sie ist groß, sie ist Yin - und sie ist nicht perfekt –
Der Himmel, er ist oben, er ist weit, er ist Yang - und er ist nicht Perfekt.
Erst durch die Arbeit des Menschen werden Yin und Yang in sich vereint“.



Entsprechungen für Yin:

Nacht, Dunkelheit, Kälte, Feuchtigkeit, Winter, das Materielle, das nach innen
Gerichtete, Angst, Ruhe, Meditation, langsame Prozesse, das Weibliche, und vieles mehr…


Entsprechungen für Yang:
Tag, das Helle, Wärme, das Immaterielle, das nach außen und nach oben Strebende,
Freude, Sommer, Aggression, Zorn, schnelle Prozesse, das Männliche und vieles mehr…

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